Programm

Samstag, 6. Mai 2017

10:00 Uhr Doors

10:30 Uhr Blaue Stunde mit Parallelsessions I

10:30 Uhr Workshop zur Eröffnung des Bloggerspace
mit den Kulturfritzen (Projektbüro für kulturelle Angelegenheiten im sozialen Netz)

10:30 Uhr Workshop
Medienführerschein: Karambolagen vermeiden – Augen auf im Social Media Verkehr
mit Lukas-C. Fischer (Abteilungsleiter Internet Heinrich Böll Stiftung)

_Was unbedingt vermeiden sollte, wer im Namen einer Institution in sozialen Kanälen und digitalen Medien unterwegs ist. Mit Diskussion und Austauschmöglichkeiten über Erfahrungen in der Praxis.
>Moderation: Christian Römer

10:30 Uhr Einführung
Borderline Prozession goes Virtual Reality – Ein Theaterstück im Cyberspace
mit Björn Lengers und Marcel Karnapke (VR-Kollektiv CyberRäuber)
ab 11:00 Uhr kann man in 20 minütigen Slots die VR-Version der Produktion „Borderline Prozession“ vom Schauspiel Dortmund (Regie: Kay Voges) , die „Borderline Memories“ sehen.
(Nur nach Anmeldung vor Ort. Es stehen im Konferenzzeitraum etwa 90 Slots zur Verfügung.)

11:40 Uhr Keynote
Die Macht der Sprachbilder – Politisches Framing und neurokognitive Kampagnenführung
von Elisabeth Wehling
(Sprach- und Kognitionswissenschaftlerin)

_Nicht Fakten bedingen unsere Meinungen, sondern Frames. Sie ziehen im Gehirn die Strippen und entscheiden, ob Informationen als wichtig erkannt oder kognitiv unter den Teppich gekehrt werden. Frames sind immer ideologisch selektiv, und sie werden über Sprache aktiviert und gefestigt – unsere öffentlichen Debatten wirken wie ein synaptischer Superkleber, der Ideen miteinander vernetzen kann, und zwar dauerhaft. In der Kognitionsforschung ist man sich daher schon lange einig: Sprache ist Politik. In ihrer Keynote zeigt Elisabeth Wehling auf, wie Sprache sich auf unser Denken, unsere Wahrnehmung der Welt und unser Handeln auswirkt. Sie macht deutlich, wo die Wirkkraft mentaler Mechanismen wie Frames und Metaphern herrührt und warum es für gesunde demokratische Diskurse unabdingbar ist, die Bewertungen von Gesellschaft und Politik durch vorherrschende Frames mit eigenen Wertvorstellungen abzugleichen.

12:00 Uhr Panel
Behauptungsmaschine Theater: Fake und / oder die Kunst des “Als Ob”
mit
Elisabeth Wehling (Sprach- und Kognitionswissenschaftlerin), Ersan Mondtag (Regisseur) und Angela Richter (Regisseurin)

_Das Panel widmet sich einem Leitmotiv der Konferenz: Was für ein Theater ist in Zeiten wie diesen überhaupt noch möglich und vor allem glaubwürdig, in der das Spiel mit Fiktionen und alternativen Fakten und Behauptungen zur omnipräsenten Kulturtechnik wurde und es überall in den diversen „Öffentlichkeiten“ – digital und analog – nur noch darum geht, Sprach- und Denkdispositive zu kreieren, die Macht generieren. Welche Möglichkeiten hat das Theater eigentlich, sich (dagegen) zu behaupten, oder diese Dispositive aufzusprengen?
>Moderation: Esther Slevogt

13:00 Uhr Parallelsessions II

13:00 Uhr Workshop
Angewandtes Framing
mit Elisabeth Wehling (Sprach- und Kognitionswissenschaftlerin)
(ausgebucht)

_Der Workshop von Elisabeth Wehling baut auf ihrer Keynote auf. Nach einem kurzen interaktiven Input können die Teilnehmer konkrete Beispiele aus ihrer eigenen Arbeit beschreiben, die Elisabeth Wehling dann aus ihrer Forschungsperspektive kommentiert.

Ebenfalls können Fragestellungen aus dem Vortrag diskutiert und vertieft werden.
Begrenzte Teilnehmerzahl. Nur nach Anmeldung. Alle Teilnehmer*innen müssen die Keynote um 10.40 besuchen.
>
Moderation: Christian Römer

13:00 Uhr  Neue Plattformen für digitale Theaterpraxis: Immersion, Performersion, European Theatre Lab, Theater der Dinge
mit Cornelius Puschke (Dramaturg), Julian Kamphausen (Dramaturg & Regisseur, Ko-Kurator Performersion), Heidi Wiley (Geschäftsführerin ETC) und Tim Sandweg (Künstlerischer Leiter Schaubude Berlin)

_Neue mediale und technologische Entwicklungen beeinflussen die Theaterpraxis sowohl ästhetisch als auch inhaltlich. Wie aber sind diese Entwicklungen in den institutionalisierten Produktionsprozessen des Theaters abbildbar? Kann man Veränderung und Entwicklung institutionalisieren und sich dennoch kritisch mit ihren Konsequenzen auseinandersetzen?
>Moderation: Friedrich Kirschner

13:00 Uhr  Vortrag mit Gespräch (in deutscher & englischer Sprache)
From Representational Theatre to Data-Theatre
von Chris Kondek (Theatermacher & Videokünstler) und Christiane Kühl (Theatermacherin, Autorin & Kuratorin)

_Chris Kondek arbeitete als Videokünstler seit den späten 1980er Jahren mit der Wooster Group und diversen Regisseuren, u.a. Robert Wilson, Stefan Pucher und Sebastian Baumgarten. Gemeinsam mit Christiane Kühl entwickelt er seit 2004 Theaterarbeiten zur Systematik monetärer Ökonomien und Big Data Themen. Dabei geht es weniger um die Abbildung von Strukturen als vielmehr um deren Erforschung und Offenlegung in der Bühnensituation. Kondek & Kühl zeigen mit Beispielen aus der eigenen Werkgeschichte, wie sich die Repräsentationssituation des Theaters mit dem Medienwandel verändert.
>Moderation: Christian Rakow

14:00 Uhr Pause
_
Catering Master TIKI

15:00 Uhr Parallelsessions III

15:00 Uhr Vortrag mit Gespräch
Community Arbeit an der Facebook Front: 40 000 Theatermitarbeiter*innen treffen ihre Abgeordneten
mit Harald Wolff (Dramaturg und Mitinitiator der Aktion)
>Moderation: Christian Römer

15:00 Uhr Panel
Theater in Zukunft. Neue Formate für Bühnenkunst
mit Winnie Christiansen (Szenografin & Medienkünstlerin), Johanna Kolberg (Schauspielerin & Puppenspielerin) und Kathia von Roth (Künstlerin, Aktivistin & Social Engineer)

_Die Welt ist im Wandel. Durch immer diversere Theaterformate ergeben sich neue Anforderungen an Kommunikation, Infrastruktur und Arbeitsstrukturen in der Theaterlandschaft. Das Panel diskutiert diese Entwicklungen mit drei Künstlerinnen anhand ihrer Arbeiten und Erfahrungen und wagt einen vorsichtigen Blick in die nahe Zukunft.
>Moderation: Friedrich Kirschner

15:00 Uhr Vortrag mit Gespräch
Von Maschinen liebevoll umsorgt: Wie Algorithmen unser Weltbild prägen und wir ihnen dabei unter die Arme greifen
mit Pascal Jürgens (Kommunikationswissenschaftler)

_Wenn wir über Computer sprechen, steckt in unseren Köpfen immer noch das Bild von spröden Rechenapparaten, die sture Regeln abarbeiten. Aber diese Vorstellung hinkt, denn Mensch und Maschine nähern sich symbiotisch an. Technologien werden prêt-a-porter – sie integrieren sich mühelos in jeden Winkel des Alltags. Im Gegenzug lernen wir, unsere Sprache, unser Verhalten und unser Denken maschinenkonform zu machen. Dies ist der Preis der Bequemlichkeit: Algorithmen nehmen uns Arbeit ab und bevormunden uns. Aus dieser Verschränkung entstehen zwei fatale Fehleinschätzungen. Wir Menschen haben keine Intuition für die Logik der Programme; wir unterschätzen ihr Gedächtnis, ihre Koordination und Pedanterie. Die Computersysteme sind im Gegenzug nicht auf den Makel der menschlichen Natur vorbereitet: Kriminell, unehrlich und ausdauernd.
Die Session liefert einen pragmatischen Blick in die technische Black Box. Angefangen bei einer Hands-On Übung mit einem Bot, der das Meinungsklima manipuliert bis hin zu möglichen Folgen für die Gesellschaft wird anschaulich ein Bewertungsrahmen für Chancen und Risiken der automatisierten Welt entwickelt.
>
Moderation: Esther Slevogt

16:00 Uhr Panel mit Impulsstatements
Entgrenzung des Theaters. Wie digitale Medien den Theaterraum öffnen
mit Klaus Lederer (Kultursenator Berlin), Björn Lengers (VR-Kollektiv CyberRäuber), Angela Richter (Regisseurin) und Gerfried Stocker (Künstlerischer Leiter Ars Electronica, Linz)
>Moderation: Friedrich Kirschner & Christian Römer

 

Sonntag, 7. Mai 2017

10:30 Uhr Doors

11:00 Uhr Blaue Stunde im Bloggerspace
mit den Kulturfritzen (Projektbüro für kulturelle Angelegenheiten im sozialen Netz)

11:00 Uhr Einführung
Borderline Prozession goes Virtual Reality – Ein Theaterstück im Cyberspace
mit Björn Lengers und Marcel Karnapke (VR-Kollektiv Cyberräuber)
Ab 11:30 Uhr kann man in 20 minütigen Slots die VR-Version der Produktion „Borderline Prozession“ vom Schauspiel Dortmund (Regie: Kay Voges) sehen.
(Nur nach Anmeldung ab 11:00 Uhr vor Ort)
>Moderation: Christian Römer

12:00 Uhr Streitgespräch
Gespenster der Freiheit – Die offene Gesellschaft und die neuen Populisten
m
it Bernd Stegemann (Dramaturg & Autor) und Ralf Fücks (Publizist, Vorstand Heinrich Böll Stiftung)

_Hat die offene Gesellschaft samt ihrer Eliten allzulange ihre Kollaboration mit dem neoliberalen Kapitalismus ausgeblendet bzw. verschleiert, mit dem sie viele gemeinsame Interessen verbindet und damit den Hass der Ausgeschlossenen selbst provoziert? Oder ist die gegenwärtige Krise der liberalen Demokratie das Symptom einer fundamentalen Verunsicherung in einem Transformationsprozess, der am effektivsten mit einer Stärkung der parlamentarischen Demokratie und ihrer Institutionen und Organe zu begegnen ist? Darüber streiten der Dramaturgieprofessor Bernd Stegemann und Grünen-Vordenker und Vorstand der Heinrich Böll Stiftung Ralf Fücks, die beide gerade thesenstarke Bücher zum Thema veröffentlicht haben.
>Moderation: Esther Slevogt

13:15 Uhr Parallelsessions IV

13:15 Uhr Vortrag
Digital Media Update. Neue Herausforderungen für Kultureinrichtungen
von Christian Henner-Fehr (Kultur- & Social-Media-Berater)

_Technologie ist ein unermüdlicher Treiber. Statt sozialer Netzwerke bevorzugen wir heute die Kommunikation in Messengersystemen und vielleicht wird die App schon bald vom Chatbot abgelöst. Was die Kultureinrichtungen im Zeitalter digitaler Kommunikation erwartet, skizziert Christian Henner-Fehr in seinem Vortrag.

13:15 Uhr Workshop
These bots are made for walking. Social bots selber machen.
mit Björn Lengers (VR-Kollektiv CyberRäuber)
>Moderation: Friedrich Kirschner

13:15 Uhr Vortrag mit Gespräch
Fake Fabrik. US-Wahlkampf made in Mazedonien
mit Ulrich Ladurner (Redakteur DIE ZEIT)
>Moderation: Christian Römer

14:00 Uhr Pause
_Catering Master TIKI

15:00 Uhr Parallelsessions V

15:00 Uhr Panel
Wie aus Breaking News Theater wird. Yael Ronens „Point of no return” und der Amoklauf von München
mit Johanna Höhmann (Dramaturgin), Damian Rebgetz (Autor & Performer) und Christian Schiffer (Journalist & Game-Experte)

_Der Amoklauf von München im Juli 2016 war nicht nur eine schockhafte Unterbrechung des Alltags in der Großstadt an der Isar, sondern auch ein beispielhaftes sozialmediales Ereignis. Die Verarbeitung der Vorgänge war geprägt durch graswurzelhaft aufsprießende Falschmeldungen und einer entsprechenden Hysterisierung der medialen Öffentlichkeit, die München von einem raumgreifenden Terrorrangriff erfasst sah. Damit einher gingen Versuche von amtlicher Seite, eine gelassene Kommunikation in die sozialen Kanäle einzuspeisen. Mit ihrem Stück „Point of no return“ hat die Autorin und Regisseurin Yael Ronen mit dem Ensemble der Münchner Kammerspiele das mediale Abbild dieses Amoklaufs untersucht und zum Lehrstück über Terrorangst ausgebaut. Wie die Kunst sich hier im sozialmedialen Raum positioniert und dabei auch ihre eigenen Repräsentationsmittel überprüft, diskutieren Performer Damian Rebgetz und Dramaturgin Johanna Höhmann aus der Produktion „Point of no return“ mit dem Münchner Medien- und Game-Journalisten Christian Schiffer.
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Moderation: Christian Rakow

15:00 Uhr Vortrag mit Gespräch
Satire als Ästhetik des Widerstands: Maschek und Saturday Night Life
von Robert Stachel (Medienwissenschaftler & Kabarettist / Maschek)
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Moderation: Friedrich Kirschner

16:00 Uhr Vortrag mit Gespräch
Mario Barth geht in die Oper. Comedy als Keule des Populismus
von Stefan Niggemeier (Journalist)
>
Moderation: Christian Römer

 

>>> Die Diskussionsveranstaltungen in Saal 1 wurden live gestreamt und mitgeschnitten und stehen hier zur Nachschau zur Verfügung.

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